Hochzeit in Las Vegas

Ein Freudentag ist nicht genug für uns, wir feiern, wenn, dann richtig. Hier ist also Hochzeit Nummer 3. Es klingt, als wenn wir ständig irgendeinen Grund zum Feiern brauchen, aber rückblickend würde ich es wieder genauso machen. Die erste Hochzeit im April 2015 hat uns ermöglicht, überhaupt erstmal zusammen leben zu können. Wer weiß, ob unsere Beziehung überhaupt Bestand gehabt hätte, hätten wir die Chance, ein Verlobtenvisum zu beantragen, nicht genutzt. Es war eine riesige Erleichterung, den Papierkram mit einer kleinen Hochzeit in San Francisco aus dem Weg zu haben. Da alles sehr schnell gehen musste, konnten wir nichts so richtig planen und keine Gäste einladen. Uns war es jedoch beiden wichtig, Familie und Freunde an diesem besonderen Tag dabei zu haben. Deshalb gab es dann Hochzeit Nummer 2 in Berlin. Leider konnte dazu nicht jeder von Sam`s Seite kommen und für Sam war es auch sehr wichtig, die Hochzeit von Gott segnen zu lassen. So kam es dann zu Hochzeit Nummer 3 - im gottlosesten Ort aller Orte - Las Vegas! 

Ich habe mich selbst nie als Atheistin gesehen. Ich habe nur einfach nie gewusst, was ich glauben soll bzw. für mich Sinn macht. Obwohl ich für alle Religionen und spirituelle Richtungen offen war, konnte ich mich nie überwinden, einmal tiefer zu schürfen. Das änderte sich natürlich, als ich Sam kennengelernt habe. Sam hat mir oft Fragen gestellt, die unangenehm für mich waren. Woran glaubst du? Denkst du, es gibt einen Gott oder irgendetwas anderes? Wie machst du Sinn aus diesem Leben? Ehrlich gesagt, war es viel einfacher, nicht darüber nachzudenken, aber ich bin ihm so dankbar, dass er die Neugier und den Drang in mir erweckt hat, die Welt ein bisschen besser zu verstehen - auf meine eigene Weise. Für Sam war es von Anfang an sehr wichtig, dass wir auch eine spirituelle Beziehung haben. Dabei hat er nie gemeint, dass ich zum Christentum konvertieren soll, sondern einfach Gespräche führen und sich gegenseitig verstehen. Da Sam orthodoxer Christ ist, lag es für mich am nächsten, mehr über seinen Glauben zu lernen. Zwei Jahre lang habe ich gelesen, Fragen gestellt, Gottesdienste besucht und Unterricht genommen. 

Ich habe feststellen dürfen, dass selbst Kirchengelehrte nicht die Antwort auf alle Fragen haben. Und ich habe auch gelernt, dass es super schwer ist, jeden Tag nach christlichen Werten zu leben. Was mich überzeugt hat, ist, dass man nicht dafür bestraft wird, wenn man scheitert. Es geht darum, dass man sein Bestes gibt und versucht, ein guter Mensch zu sein, während der kurzen Zeit auf dieser Erde, und dankbar ist für alles was man in diesem Leben geschenkt bekommt. Sam, seine Familie und enge Freunde sind der lebende Beweis und meine größte Inspiration. Ich habe selten so viel Hilfsbereitschaft, Offenheit, Liebe und Gutmütigkeit gesehen und bin überzeugt, dass mir der Glaube an Gott und an eine höhere Bedeutung des Lebens hilft, nach diesen Werten zu streben. 

Das hat uns also dann nach Las Vegas geführt. Ein Ort, für den weder ich noch Sam große Gefühle hegen. Da aber unser Budget schon ganz schön erschöpft von der Hochzeit in Berlin war, haben wir uns entschieden, die kirchliche Hochzeit etwas bescheidener ausfallen zu lassen und bei Sam´s Familie zu feiern. Es war genau das Richtige für diesen Anlass - eine kleine Kirche für die Trauung, ein einfaches, aber super leckeres Mittagessen mit allen Gästen und eine kleine Part in einem gemütliches Zuhause. Danke an alle, die kommen konnten! Für alle anderen gibt es hier noch ein paar Fotos. 

23. November: Familientreffen und Vorbereitungen











24. November: Die Hochzeit





















































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